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Sensomusic Usine: Flexibles Musikstudio für Sound-Tüftler

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Sensomusic Usine

Die Audio Software Usine des Entwicklers Olivier Sens (Sensomusic) verfolgt einen etwas anderen Ansatz als traditionelle DAW. Usine ist eine modulare Entwicklungsumgebung, die auf Live-Auftritte sowie die Verknüpfung mit Video- und Lichttechnik hin konzipiert ist, aber auch als virtuelles Studio funktioniert. Indem man beliebig viele Audio Racks miteinander verbindet, erstellt man sogenannte Patches, also Anordnungen von verschalteten Instrumenten und Effekten.

Screenshot Sensomusic Usine

Jedes Rack kann beliebig viele Audio Samples, Effekte und PlugIns (VST, AU) enthalten. Es gibt über 400 Module und vorgefertigte Sub-Patches, die als Basis für eigene Kreationen geeignet sind: Audio-Effekte, Delays, DJ-Effekte, Dynamics, Filter, Groove Machines, Sample Players und Sample Recorders. Racks können ebenso wie Patches separat gespeichert und zwischen verschiedenen Projekten ausgetauscht werden. Beliebig viele Ein- und Ausgänge für Audio und MIDI können von diesen Patches zu den Ein- und Ausgängen der Hardware (Soundkarte) geroutet werden. Statt des üblichen Sequenzers verfügt die DAW Usine über ein sogenanntes Grid (Raster), von dem aus jedes einzelne Rack zeitgenau getriggert werden kann. Alle Controller können durch Automationskurven gesteuert werden. Im Device Panel der modularen Workstation finden sich die angeschlossenen Hardware-Geräte. Per Drag&Drop können diese auf Rack-Eingänge oder -Ausgänge gezogen werden und sind damit in das Set integriert. Auch der Mixer von Usine ist modular aufgebaut. So kann der User entscheiden, welche Racks in welcher Reihenfolge im Mixer angezeigt werden. Und konsequenterweise ist auch die Bedienoberfläche der Digital Audio Workstation sehr flexibel gestaltbar.

Usine ist eine Surround Audio Workstation. Alle Audio-Module verfügen über bis zu 64 Kanäle, die flexibel geroutet werden können. Jedes Rack kann mit mehreren Surround-Ausgängen arbeiten. Mit Usine kann man in Echtzeit in einem Netzwerk arbeiten. Patches können dabei zwischen den verbundenen Computern geteilt werden, wobei das Original als Master und die anderen Patches als Slaves arbeiten. Alle Computer im Netzwerk können synchronisiert werden. Externe MIDI-Geräte können Daten ins gesamte Netzwerk senden oder von diesem empfangen.

Die DAW Usine kommt übrigens ohne Installation aus, nach dem Entpacken des Software-Pakets kann es sofort losgehen. Mit der Funktion Direct to Disk wird die Live Performance direkt auf Festplatte aufgenommen, wahlweise auch nur der Audio Output einzelner Racks. Mit dem SDK (Software Development Kit) Hollyhock können Musiker mit etwas Programmiererfahrung eigene Module schreiben. Usine Free ist eine eingeschränkte kostenlose Version der Audio Software, bei der u.a. auf die Aufnahmefunktion verzichtet werden muß.

Funktionen

  • Flexible, modulare Digital Audio Workstation
  • Unterstützung für VST- und AU-PlugIns
  • Surround Sound, 64 Kanäle
  • Multitouch-Unterstützung
  • Unterstützung für Mehrkern-Prozessoren
  • Netzwerkfähig (LAN)
  • Playlist für Live-Sets
  • Aufnahmefunktion (Direct to Disk)
  • 400 Module und über 100 Effekte
  • Unterstützung für Artnet/DMX sowie diverse Timecodes (SMPTE, MTC)
  • Erweiterbar durch Open Source SDK

Fazit

Sensomusic Usine ist eine etwas andere Digital Audio Workstation, die konsequent modular aufgebaut und auf Live-Auftritte ausgerichtet ist. Usine verlangt einige Einarbeitungszeit und ist eher für experimentelle elektronische Musik als zur schnellen Hitproduktion geeignet. Hervorzuheben sind die flexible Architektur und die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Musikern live im Netzwerk zu arbeiten.

Weblinks

www.sensomusic.com

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